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1x1 der Finanzierung

ERSTE INFORMATIONEN ZU FINANZIERUNG, EIGENKAPITAL, FREMDKAPITAL, EXISTENZGRüNDUNG

Grundlagen der Finanzierung

Bevor wir zum Begriff und Wesen der Finanzierung kommen, betrachten Sie bitte einmal die nachstehende Darstellung:

Bilanz

Investitionen teilen sich gebräuchlich in 3 Abschnitte auf. Das Anlagevermögen beinhaltet alle Sachwerte eines Unternehmens. Die Gliederung erfolgt dabei von höherwertigen Gütern (Grundstücke, Immobilien) zu geringwertigen Gütern (Büromaterial, Betriebsmittel). Das Anlagevermögen bildet bei dem überwiegenden Teil der Unternehmen den größten Posten. Nur bei geld- und spekulativ orientierten Unternehmen wie Banken, Wertpapierhandelsgesellschaften etc. ist der Posten des Umlaufvermögens größer. Dieser beinhaltet hauptsächlich Wertpapiere und Forderungen (einzufordernde Rechnungen). Den dritten Posten bilden schnell zugängliche liquide Mittel. Alles zusammen bildet das Vermögen.

Diesem Vermögen (=Verwendung) steht die Finanzierung (=Herkunft) gegenüber. Sie zeigt auf, aus welchen Mitteln die Investitionsstruktur zusammengesetzt ist. Die Einteilung erfolgt dabei in Eigenkapital und Fremdkapital.

Eigenkapital

Eigenkapital (EK) wird grundsätzlich als das Kapital angesehen, welches den Anteileignern gehört. Als Einzelunternehmer beträgt Ihr Anteil am Betrieb 100%. Demnach steht Ihnen das volle EK zur Verfügung. In einer GmbH mit zwei Gründungsmitgliedern betragen die Einlagen üblicherweise jeweils die Hälfte. Soweit keine anderen Regelungen im Gesellschaftervertrag vereinbart wurden, erhalten beide Anteilseigener jeweils gleiche Teile am EK.

Eigenkapital setzt sich aus Rücklagen, dem Gewinnvortrag und dem Jahresüberschuss zusammen. Rücklagen werden als Präventionsmasse von Unternehmen für schlechte Zeiten angelegt. Durch Verzicht auf Entnahme (bzw. Ausschüttung) des Gewinns oder Bildung von einem Kapitalreservoir wird ein Polster geschaffen, das in Krisensituationen Verluste ausgleichen kann. Gewinnvortrag und Jahresüberschuss entstehen aus Erlösen, die das Unternehmen erwirtschaftet hat. Verlustvorträge oder Jahresfehlbeträge mindern folgerichtig das Eigenkapital. Bei Unternehmensgründungen oder Kreditvergaben wird in den häufigsten Fällen eine EK-Quote zwischen 15% - 35% gefordert.

Spezielle Banken bieten Ihnen auch besondere Formen von Darlehen an, welches zwar nicht direkt dem Eigenkapital zugehörig ist, aber als solches betrachtet wird. Dies erhöht Ihre Bonität und ermöglicht es Ihnen, bei anderen Banken höhere Kredite zu beantragen.

Fremdkapital

Als Fremdkapital (FK) kann man die Gesamtheit der Schulden ansehen, die auf der Passiva-Seite einer Bilanz stehen. Unterschieden wird dabei in Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Rückstellungen sind dem FK rechtlich zugeordnet, können aber in einigen Fällen als Eigenkapital gelten (z.B. Bildung von langfristigen Pensionsrückstellungen). Gewöhnlich ist die zeitliche Zuordnung/ Auflösung der Rückstellungen als Bilanzposten ungewiss. Diese Ungewissheit kann sich auch auf den Verpflichtungsgrund und/ oder die Höhe der Schuld beziehen.

Von größerer Bedeutung für Existenzgründer zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit sind die Verbindlichkeiten. Sie umfassen Kredite jeglicher Form und Schulden gegenüber Dritten. Die Ausprägungen sind sehr vielfältig und eine Behandlung an dieser Stelle würde sowohl den Rahmen der Thematik sprengen, als auch ermüdend auf den Leser sein. Für nähere Informationen empfehlen wir Ihnen eine genauere Literaturrecherche (z.B. Wikipedia) und/ oder eine Nachfrage bei Ihrem Unternehmensberater. Welche Kredite für Sie relevant sind, ist stark abhängig von der Konzeption und der EK-Quote Ihres Unternehmens.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen noch einen kleinen Hinweis geben. Achten Sie bitte darauf, dass kurzfristige Verbindlichkeiten durch schnell auflösendes Umlaufvermögen gedeckt sind. Sollten Gläubiger diese einfordern, sinkt der Liquididätsgrad und Ihr Unternehmen ist in seiner Existenz bedroht. Viele Gründer unterschätzen diese Gefahr und steuern durch dieses Fehlverhalten den Betrieb direkt in eine Insolvenz.

weiterführende Informationen zur Thematik (Wikipedia)